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Monat: Dezember 2025

Stuttgart Tour – Obertürkheim

Was lange währt…
…nach 2 Jahren Stuttgart Tour, hab ich es diese Woche geschafft, den letzten Stadtteil – Obertürkheim – zu besuchen.

Wie auch Untertürkheim ist auch Obertürkheim vom Weinbau geprägt. Das fängt schon damit an, dass man keine 5 Meter laufen kann, ohne über eine Winzerei zu stolpern, zaiß im Ort selber oder in den Weinbergen.

Nachdem ich also noch an ein paar mehr Weingüter vorbeikomme, die mich nicht dafür bezahlen, dass ich sie erwähne, erreiche ich die Petruskirche.

Die Kirche hat einen sehr schönen Kirchturm und zeigt mal wieder, dass es nicht auf die Höhe des Turms ankommt. Sondern auf die Dicke. Und wie laut die Glocken läuten.

Dann geht’s ab in die Weinberge, bei dem Wetter eine wahre Freude, auch wenn es stetig bergauf geht. Warum wird „es geht bergauf“ eigentlich als etwas positives aufgenommen und „es geht bergab“ als etwas negatives? Macht sogar keinen Sinn. Aber egal. Die Aussicht lohnt sich.

Beim Abstieg war Komoot mal wieder sehr kreativ. Hier passt ja noch alles…

…spätestens hier wird es dann doch ein bißchen abenteuerlich.

Ein bißchen mehr Eis / Schnee und ich hätte mich einfach mit Anlauf auf den Bauch schmeissen und den Rest des Weges runter schlittern können. Direkt nach Ulbach. Direkt rein in die Maultascherei.

Ich hatte dann noch eins der ältesten Gebäude Ulbachs auf der Liste, aber wie so oft packen die Leute immer die Orte ein , die ich besuchen möchte…

Hier findet man ein paar mehr Fotos der Weinkellerei Konzelmann ohne Gerüst.
In der Stadtmitte von Ulbach finden wir das alte Rathaus…

…das gerade renoviert wird. Konnte also heute nicht drin heiraten, also hab ich mich mit einem alten Kumpel vorm Weinbaumuseum getroffen und in Erinnerungen geschwelkt.

Dabei ist uns aufgefallen, dass Ulbach wahrscheinlich das hingeschludertste Wappen der Geschichte der Wappologie hat. Nach dem Motto: „Das passt erst mal so, das ändern wir später“. Fast 400 Jahre später:

Danach geht’s zurück Richtung Obertürkheim, wieder über die Weinberge. Dabei komme ich noch an der Ulbacher Hodenquetsche vorbei.

Hier werden seit dem 16 Jahrhundert Männer gezüchtigt, die den Motor aufheulen lassen, Frauen in der Disko an den Hintern fassen und ständig erzählen, dass man ja heute „gar nichts mehr sagen darf.“

Das letzte Highlight der Tour bildet das alte Ulbacher Pfarrhaus. Oder besser die Plakette daran.

Ursprünglich als Weingärtnerhaus Ende des 17. Jahrhunderts erbaut, wurde das Haus 1708 von der Gemeinde gekauft, um dem Pfarrer eine ordentliche Unterkunft zu bieten.

Zum Haus gehörte ein Wasch- und Backhaus sowie ein großer Garten. Im großen, gewölbten Weinkeller wurde ein Teil der Entlohnung des Pfarrers gelagert: 3 württembergische Eimer Wein, etwa 900 Liter pro Jahr.

Der Pfarrer:

Bonus Empfehlung:
Trailer Park Boys: https://www.netflix.com/title/70153385 (12 Staffeln)

Stuttgart Tour – Mühlhausen

Tun wir mal so, als wär der Ausflug nicht schon Monate her und die Erinnerungen wären noch frisch…

Los geht’s an der Veitskapelle. Mühlhausen war ursprünglich ein mittelalterliches Rittergut und wurde vermutlich 708 zum ersten Mal erwähnt. Der dem ursprünglichen Ortsadel angehörende Reinhard „Richi Rich“ von Mühlhausen stiftete 1380 die Kapelle, nachdem er besoffen den örtlichen Pfarrer mit seiner Kutsche angefahren hatte.

Die Kirche sieht auch von innen recht schick aus.

Nicht viel weiter findet man das „Palm’sche Schloss“. Das heutige Schloss wurde 1813 für Jonathan Freiherrn von Palm im Stile des Klassizismus auf den Fundamenten des abgebrochenen alten Schlosses erbaut.

Ich hab mit die Wikipedia-Seite durchgelesen und bin dabei auf das Wappen der Familie Palm gestoßen. Ihr glaubt es nicht, die haben tatsächlich ein Palme im Wappen (…und aus irgendeinem Grund eine Eule, die in meine Seele starrt).

Weiter geht’s durch den Mühlhausener Stadtpark. Neben etlichen Stufen und Eidechsen, die sich darauf sonnen…

….findet man auch die Ruine der Engelburg, vormals auch Biberburg genannt, ist der Rest einer Höhenburg. Ein netter Ort zum Verweilen, wenn man sich nicht gerade in einen Ameisenhaufen reinsetzt.

Etwas später auf der Tour kommt man in Mönchsfeld, einem Stadtteil von Mühlhausen, am sogenannten Mönchstein vorbei. Wer Lust hat, sich den Stein mehrere Stunden anzuschauen, kann sich dabei auf den nahegelegenen Keramik-Bänken niederlassen.

Nachdem wir uns durch die Weinberge gekämpft hatten, wurden wir schließlich mit diesem sagenhaften Ausblick auf den Max-Eyth-See belohnt, unserem Hauptziel (oder besser gesagt, dem dazugehörigen Biergarten).

Mit dem Überqueren des Max-Eyth-Stegs, haben wir es fast geschafft. Der Steg führt über den Neckar und verbindet den Stadtteil Freiberg im Stadtbezirk Mühlhausen mit dem Naherholungsgebiet Max-Eyth-See.

Im Park angekommen, wird man von der hiesigen Enten-Population genötigt, ein Bier zu trinken.

Gestärkt geht es dann weiter am Neckarufer, an dem ich meine 5 Millionen Euro Yacht, die „MS Schabracke“ ( vorne im Bild) vor Anker gelegt habe.

Beendet wird die Tour mit einem Abstecher auf der Burg Hofeen, einer Ruine einer Höhenburg über dem Necka. Sie ist die einzige Burgruine im Stadtgebiet Stuttgarts mit aufragenden Mauerresten.