Zum Inhalt

Kategorie: So oder so ähnlich

Krakau

Folgende Geschichte hat sich so oder so ähnlich abgespielt:

Vor mehr als 10 Jahren bin ich das letzte Mal in Polen gewesen.
War alles super, bis es an die Heimreise ging.
Kurz gesagt, wir haben unseren Heimflug verpasst.
Die lange Geschichte kann man hier nachlesen.
Als es dann darum ging, nach all den Jahren wegen einem Junggesellen-Abschied zurück zukehren, habe ich Vorkehrungen getroffen und habe mir geschworen stehts auf der Hut zu sein.

Und so habe ich mich dazu entschlossen, viel viel viel zu früh am Fluhafen zu sein, damit alles reibungslos verläuft.
Ich stelle mich also völlig verknüllt, viel viel viel zu früh, am Security-Check an. Und stehe dann da eine Weile. Schitt für Schritt geht es voran. Wie durch Watte höre ich mir Geschichten von den Leute hinter mir an. Irgendwelche mexikanischen Reise-Anekdoten. Bis mir jemand auf  die Schulter tippt.
Ich dreh mich rum und irgend so ’n Typ meint „Die Schlange fängt da hinten an“ und zeigt dabei auf das Ende der Schlange. Da wo ich ungefähr vor 15 Minuten stand.
Ich so „?“ und er so „Ja du hast dich hier grad reingedrängelt“.
Ich atme tiiief durch.
Das fängt ja gut an.
Mir gehen viele Antworten durch den Kopf. Um eine Eskalation zu vermeiden erwiedere ich nur ein eloquentes „Des’squatsch!“ und dreh mich wieder rum und mach mir schon mal Gedanken darüber, was ich die folgenden 35 Stunden unternehme, die ich zu früh am Flughafen bin. Wir spulen also die nächsten Stunde einfach vor, in denen ich nach Nahrung suche und eine Charakter-Studie über Junggesellen-Abschiede und Kegelclubs verfasse, die scheinbar die restlichen 99% der übrigen Fluggäste ausmachen.

Irgendwann trudelt dann auch der Rest meiner Reisegruppe ein. Von da an wird’s schwammig. Ich erinnere mich noch an das erste Bier um 7 Uhr morgens, dann lässt meine Erinnerung nach.

Also bin ich die Fotos auf meinem Handy durchgegangen und und versuche einfach mal so die Geschichte zu erzählen…

Ok, das ist einfach.
Scheinbar haben wir einen Privatjet gebucht. Ich habe nichts anderes erwartet.
Wahrscheinlich habe ich den spendiert.

OK, den Typ kenn ich. Ich bin mir ziemlich sicher das war der zukünftige Bräutigam.
(75% sicher)

Ich glaube wir haben so was wie einen Pub-Crawl gemacht. Durch leere Clubs. Beer-Pong hat da eine wesentliche Rolle gespielt. Da fällt mir ein… woher hab ich eigentlich das Tatoo „Strip-Beer-Pong World Champion“.  Egal. Manche Dinge bleiben lieber im Verborgenen.

Wir hatten ein Piano auf dem Zimmer? Hatten wir? Oder haben wir das aus dieser einen Bar geklaut. Ich sag da besser nichts dazu, ich will mich nicht selber belasten.

Bogenschießen? Wer zum Teufel gibt 20 betrunkenen deutschen Touristen Pfeil und Bogen????? Es ist erstaunlich, dass wir alle lebensnotwendigen Organa verfehlt haben.

Ah stimmt, das war der Moment, in dem ich meinen Superhelden-Namen gewählt habe.

Beruhigend, dass wir wenigstens auf unsere Körper-Hygiene geachtet haben. Bier ist gut für die Haare und Wasser wird gespart, indem man zusammen in die Wanne geht. Löblich.

Bissel Schwund is immer und irgendwas bleibt immer auf der Strecke. Kollateralschaden.
Lass sie gehen. *spült*

Beweis, dass es 95% der Anwesenden geschafft haben, ihre Sonnenbrille nicht im Klo runterzuspülen. Und die Erkenntnis, dass die Kamera 10 Kilo Fett drauf schlägt.
Bei mir.
Fotze.

Hatte ich erwähnt, dass wir einen polnischen Straßenjungen adoptiert haben?
Nicht?
Wir haben einen polnischen Straßenjungen adoptiert.

Einstein lebt und arbeitet in einer Kneipe am Krakauer Markplatz.

Ich erinnere mich. Das Selfie ist nach 3 Tagen Krakau entstanden.
Kokain war oder war nicht involviert.
Mittlerweile kann man das eh nicht mehr im Blut nachweisen…

Fun Fact: Polnische Straßenkinder dürfen ins Handgepäck. Er war sooo tapfer.

Polnische Zigarillos sind echt schwer anzuzünden und schmecken nach Krakauer.

Letztes Bild.
Nach 4 Tagen, Klavierstunden um 3.00 Uhr Nachts, Pfeil-und-Bogen-Gotcha, einem entführten Ausflugsdampfer, Schwertkämpfen in der Unterhose, Selfies mit Instagram-Models, 350 Piroggen, 4 geprellten Nutten (zahlen und wegrennen), 4 Packungen Rennie, 2,5 runtergespülten Sonnenbrillen und einem abgesagten Flug in letzter Minute, küsse ich den Boden des deutschen Flughafens.

Ich lebe noch.

Leave a Comment

Aufm Amt

Folgende Grschichte hat sich so oder so ähnlich abgespielt…

Ich konnte heute meinen Resisepass vom Bürgerbüro abholen.

Als ich zum ersten Mal da war, um ihn zu beantragen, habe ich gelernt, dass obwohl das Amt erst um 8.30 Uhr aufmacht, das Gerät zum Nummern ziehen schon ab 8 funktioniert .

Was macht der Held?

Kommt kurz nach 8 und geht zielstrebig auf das Nummergerät zu. Es wartet bereits eine Frau. Die meint nur „Das geht erst, wenn die digitale Anzeige startet.“

Ich ziehe meine Sonnenbrille auf, grinse und drücke den Knopf.

Das Gerät druckt mir die Nummer „001“.

Sie ist den Tränen nahe.

Ich zieh mir noch eine Nummer, gebe ihr die „001“ und reite auf meinem weißen Ross in den Sonnenumtergang erst mal zum Bäcker. Frühstücken.

Als ich zurückkomme, warten bereits 10 Leute. Um 8.30 Uhr öffnet das Amt, um 8.32 Uhr verlasse ich das Gebäude.

Like a Boss.

Leave a Comment

Bankgeschäfte

Folgende Geschichte hat sich so oder so Ähnlich abgespielt:

Die BW-Bank hat ihren gesamten Online-Auftritt überarbeitet unter anderem das Online-Banking. Früher hat man sich per Kontonummer angemeldet, jetzt über einen Anmeldenamen.
Vor einigen Tagen wollte ich eine Überweisung online tätigen. Natürlich hatte ich keine Ahnung mehr wie mein Anmeldenamen lautet.
Also am nächsten Tag zum Bankschalter.

Bankfräulein: „Guten Tag, wie kann ich ihnen helfen?“
Held: „Ich würde gerne meinen Anmeldenamen für das Online-Banking zurücksetzen.“
Bankfräulein: „Das brauchen Sie gar nicht, ich könnte das Passwort einsehen und Ihnen sagen.“
Held: „Ja cool, dann raus damit!“
Bankfräulein: Ihr Passwort lautet…. I_LOVE_TITTIES_69…
Held: 😳

Leave a Comment

Die einen Monat andauernde, erzwungene Kreativpause, verursacht durch einen störrischen Aufzug

mach-die-tuere-auf

Folgende Geschichte hat sich so oder so ähnlich abgespielt:

Einen Monat ist es her seit dem ich das letzte mal was geschrieben habe.
Lag daran, dass ich am Pragsattel im Aufzuf festgesteckt bin.
Ja.
Einen Monat lang.
Das kam so:

Es war Freitag und der nächste Critical-Mass-Fahrradkorso stand an. Jetzt erlauben es einem die F…reunde von den Stuttgarter Straßenbahnbetrieben erst mit dem Fahrrad in der Bahn zu fahren, wenn die Apple Watch „8:30“ oder „Beweg dich du faule Sau“ anzeigt. Ich wollte nicht so spät in Geschäft kommen (schließlich muss ich ja auch früher gehen) und so musste ich schon mal ein bisschen Strecke machen, bevor ich in die Bahn einsteige. Ich fahr nämlich ganz sicher nicht mit meinem 50kg-3Gang-Fahrrad den Pragsattel hoch um dann im Geschäft wie ein Moschus-Ochse zu riechen.
Ich fahr also bis zum Feuerbacher Bahnhof, um da dann zwei Stationen mit der Bahn zu fahren, steige aus und möchte mir noch eine Fahrt mit dem Lift gönnen.
Ich schau mich erst mal um. Schließlich will ich ja keiner Frau mit Kinderwagen oder ’nem Typen im Rollstuhl den Aufzug wegschnappen. Doch die Luft ist rein. Also Lift gerufen, Türen gehen auf und ich nix wie rein. Leider war ich nicht schnell genug und so klemm ich mein Hinterteil (das Rad) in der Tür ein. Die Tür quietscht angestrengt und gibt sich dann meinen fetten Hinterreifen geschlagen. Hastig zwäng ich den Rest des Rades in den Aufzug aber es ist zu spät, die Türe verharrt (mit strafendem Blick) an Ort und stelle. Ich rede ihr gut zu, versuche sie zu ermuntern, nichts hilft. Rührt sich kein Stück… das Stück.
Verdammt.
Ich sehe mich schon selbst meine Kollegen anrufen und höre ihr Gegacker nachdem ich ihnen den Grund mitgeteilt habe, wieso ich zu spät / nie wieder zur Arbeit kommen kann.
Aber so schnell gebe ich nicht auf.
Ich versuche den Rauf-Knopf.
Nichts.
Ich fluche.
Nichts.
In der Ferne rollen die ersten Rollstuhlfahrer und schwangere Frauen mit Zwillings-Kinderwägen an.
Ich fluche erneut.
Ich hab echt keine Lust, mich am frühen Morgen mit schwangeren Rollstuhlfahrern und Kindern in Rollstühlen rumzustreiten. Also klettere ich über mein Rad und stemme die halb geöffnete (ich bin Optimist) Aufzugtüre mit meinen Stahlhakenarmen auf. Das hab ich mal in einem Film sehen. Verdammt, die schwangeren Kinder und die Zwillinge im Rollstuhl sind schon fast am Lift. Im letzten Augenblick drücke ich aus purer Verzweiflung einfach alle Knöpfe die der Lift so hergibt.
Heureka.
Wie durch ein Wunder schließt sich die Türe und ich erhebe mich im Schneckentempo (75kg Muskeln + 500kg-1Gang-Fahrrad) gen Obergeschoss.
Die wütende Meute auf* schwangeren Rollstuhlfahrer-Zwillingen hintermirlassend.
Oben angekommen stecke ich dann ein Streichholz in den „Türe öffnen“-Knopf.
Soll niemand sagen, ich hätte keinen Sinn für Humor.

*hier wollte ich eigentlich „aus“ schreiben, hab dann den Fehler allerdings doch nicht korrigiert.
Sind ja noch genug andere da.

Leave a Comment

Ich bin nicht gut im Blasen

Folgende Geschichte hat sich so oder so Ähnlich abgespielt:

Boa, der Titel allein bringt mir wahrscheinlich eine Million Klicks ein.
Schmutzige, schmutzige Google-Klicks, aber ich muss ja auch irgendwie meine Brötchen verdienen. Da kann man nicht wählerisch sein. Muss mich nur dran erinnern, nach 10 Jahren endlich mal Werbung hier zu schalten.
Worum’s eigentlich geht… ich wollte eine Superman-V-Batman Rezession schreiben, aber der Schmerz ist leider immer noch so groß… er war nämlich nicht wirklich gut. Deswegen hab ich a weng gehirnt, was ich denn sonst noch so zu digitalem Papier bringen könnte.Da is mir die kurze Liäson mit meiner neuen Luftmatraze eingefallen.
Ich hab mir eine Luftmatratze gekauft, weil ich auf Abeid übernachten musste, damit ich um 4.00 Uhr nachts bei der Ski-Ausfahrt den Bus erwische und ich zu geizig für ein Taxi war. Jedenfalls hatte besagte Luftmatratze eine – Pusteöffnung nenn ich das mal – die ohne Luftpumpe nicht aufzupumpen ist.Aus irgendeinem Grund hat der Designer die Matratze nicht nur mit einer riesen Pusteöffnung (a.k.a Blaseloch) versehen, nein er hat selbige noch mit einem Pusteöffnungen-Schutzring umgeben, um ungewollte Puste-Angriffe abzuwehren. Man kommt mit den Lippen einfach nicht an die Pusteöffnung ran.

pusteloch1
Jetzt schau ich ja öfters Arte und 3sat und da kommen dann immer so Tierfilme.
Mit Affen und so.Die benutzen Werkzeuge.
Dacht ich mir: „kannste auch!“.
Also hab ich mir aus Druckerpapier eine Pusteöffnungen-Schutzring-Umgehungs-Vorrichtung gebaut.
pusteloch2Das hat auch prima funktioniert.
Für 15 Minuten.
Dann hab ich Sternchen gesehen und bin ich ohnmächtig geworden.
So konnt ich dann bis zur Abfahrt des Busses noch ein kleines Nickerchen machen.

3 Comments